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Platz 1

8
Karminrot
Liehr, Wilfried

Paperback
324 Seiten
ISBN 978-3-7386-3371-9
CHF 18,90
inkl. MwSt. zzgl. Versand
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Karminrot

Liehr nutzt interessante Teile seiner Biografie, erweitert diese durch kreative Elemente, und macht aus diesem Mix eine packende Kriminalgeschichte. Es ist die Geschichte des Entwicklungshelfers Eduard Landmann.
Während der Protagonist an seinem Pool in Sri Lanka liegt, oder gerade einer buddhistischen Prozession beiwohnt, erinnert er sich zurück an sein früheres, einfacheres Leben. Dazu gehören Kindheit und Jugend in einem Dorf, eine Reise durch die Sahara oder eine prägende Zeit unter Fischern auf einer brasilianischen Insel. Und vieles mehr. Denn Landmann hat in verschiedenen Ländern gearbeitet, er kennt das Leben in vier Kontinenten. Nebenbei hat er jedoch Karriere gemacht, in seinem späteren Leben hat er es mit hochrangigen Regierungsvertretern zu tun oder widmet sich ebenso hochrangigem Besuch aus Deutschland.
Im Grunde genommen handelt der vorliegende Roman aber von alltäglichem menschlichem Verhalten. Das allerdings oft vor exotischer Kulisse. Es wird von Schlangen, Tigern und Krokodilen berichtet, aber auch von Naturkatastrophen und Überfällen, oder von Bootsreisen in Amazonien. So entsteht eine schillernde Geschichte, welche sich aus ungewöhnlichen Erlebnissen zusammensetzt, die wiederum mit farbenfrohen Sinneseindrücken unterlegt sind. In der Geschichte des Eduard Landmann verschmelzen Wahrheit und Fiktion, reale und gefühlte Wirklichkeit nahtlos ineinander. Ein roter Faden entsteht über lebenslange Freundschaften und ein Orakel kündigt dramatische Dinge an. Es geschehen Verbrechen. Somit stellt sich die Frage nach Schuld und Unschuld. Und es geht um den Tod.

Mit philosophischer Einfärbung wird in einigen Passagen menschliche Unzulänglichkeit angesprochen. Es geht da um gesellschaftliche Ungleichheit und Naturzerstörung, um mangelnde Ethik und um menschliche Gier. Im Grunde genommen ist das vorliegende Werk eine kritische Auseinandersetzung über das Gute und das Böse im Menschen. Und diese Janusköpfigkeit, so Landmann, sei letztlich für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen verantwortlich.

Wilfried Liehr

Wilfried Liehr wurde kurze Zeit nach dem Krieg geboren und ist in einer dörflichen Idylle aufgewachsen. Sein Berufsleben begann im Alter von vierzehn Jahren mit einer Schreinerlehre im elterlichen Betrieb, nach einem Zwischenspiel als Industriearbeiter besuchte er eine Technikerschule und wurde Bauleiter in Grossprojekten. Beeinflusst durch die erstarkende Studentenbewegung reifte der Autor zum Verfechter einer gerechteren Gesellschaft heran, machte Abitur und studierte Soziologie und Volkswirtschaft. Schon zuvor war er der Mitbegründer eines Vereins, welcher das Ziel hatte, kleine Entwicklungsprojekte in Brasilien zu unterstützen. Konkrete Hilfsmassnahmen katholischer Organisationen wurden über den Verkauf von Einfamilienhäusern in Deutschland finanziert, die zuvor in Eigenleistung erstellt werden mussten.
Aufwühlende Eindrücke während der ersten Studienreisen nach Brasilien brachten den Autor dazu, einen Entschluss mit grosser Tragweite zu treffen: Die Minderung von Armut und Elend im Süden der Welt sollte fortan seine Lebensaufgabe sein.

Fortan kommt es zu mehreren akademischen Aufenthalten in Brasilien. Liehr arbeitet zunächst mit armen Fischern und promoviert später im Rahmen eines Forschungsvorhabens über Katholizismus und Demokratisierung. Danach verlässt er die Universität und wird über nahezu drei Jahrzehnte hinweg Mitarbeiter einer internationalen Organisation der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit. In dieser widmet er sich weiterhin dem Thema Armutsbekämpfung. Er bereist nicht nur zahlreiche Länder in verschiedenen Kontinenten, sondern lebt und arbeitet jahrelang im Süden der Welt. Inhaltlich geht es dabei etwa um Ernährungssicherung oder um Bildungsreformen, um Ausbildung oder um Wirtschaftsförderung. Der Kontakt mit Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten und Kulturen hat den Autor massgeblich geprägt. Er lernte nicht nur die Ärmsten der Armen kennen, sondern traf auch mit Personen zusammen, welche mit höchster Machtfülle ausgestattet sind.

Wilfried Liehr hat in den Achtzigerjahren bereits zwei sozialwissenschaftliche Bücher über Brasilien publiziert.

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