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Platz 1

8
Die Passagierin
Roman
Posmysz, Zofia

Paperback
152 Seiten
ISBN 978-3-8391-6557-7
CHF 14,90
inkl. MwSt. zzgl. Versand
  • Beschreibung
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Die Passagierin

Auf einer Schiffpassage kommt es zu der überraschenden Begegnung der ehemaligen KZ-Aufseherin Lisa mit ihrem "bevorzugten" Häftling. Die Erzählerin nimmt die Perspektive der ehemaligen Aufseherin ein, die im Zustand der inneren Blockade nicht die Chance der persönlichen Konfrontation nutzt und sich stattdessen in ihre Erinnerungen an Auschwitz zurückzieht, sich möglichst rechtfertigend – nicht zuletzt deshalb, weil ihr Mann Walter über ihre Vergangenheit bisher nichts wusste. Parallel dazu bestürmt diesen der mitreisende Amerikaner Bradley mit seinen Fragen über die Deutschen, ihre Psyche und Rolle in der Welt. Marta, der ehemalige Häftling kommt nicht zu Wort, nur anhand einiger Signale wird deutlich, dass auch sie die andere erkannte, die Konfrontation herausfordert, letztlich aber ebenfalls unter der Wiederbegegnung leidet – bis sie das Schiff verlässt.

Zofia Posmysz

Zofia Posmysz, geb. am 23.08.1923 in Krakau, wurde 1942 wegen des Verteilens von Flugblättern des polnischen Widerstands verhaftet und Ende Mai des Jahres nach Auschwitz deportiert. Im Januar 1945 auf einen der Todesmärsche geschickt, gelangte sie nach Ravensbrück und Neustadt-Glewe, wo am sie am 2. Mai die Befreiung erlebte. Nach dem Kriegsende zieht sie nach Warschau und bekommt eine Stellung in der Literaturabteilung des polnischen Rundfunks. In dem Hörspiel „Die Passagierin", aus dem später ein erfolgreicher Roman und ein Film entstanden, verarbeitet sie fünfzehn Jahre nach Kriegsende erstmals ihre Zeit in Auschwitz und folgt dabei einem neuen Ansatz, indem sie sich in die Perspektive ihrer früheren Aufseherin hineinversetzt. Weitere Werke, darunter viele mit ganz anderen Thematiken, entstehen in den nächsten Jahrzehnten. Auf deutsch sind von Zofia Posmysz, die ihre Stellung beim Rundfunk beibehielt, aber, unter Hinweis auf ihren Glauben an Gott, nie der kommunistischen Partei beigetreten war, ausserdem der Roman „Ein Urlaub an der Adria", einige kürzere Texte und Hörspiele sowie der Bericht von ihrer „Befreiung und Heimkehr" nach drei Jahren in deutschen Konzentrationslagern erschienen.

    • Schwäbische Zeitung

      Das Leben geht zu Ende, die Passagierin kommt ans Ziel

      Zwei Frauen begegnen sich auf einem Passagierschiff von Deutschland nach Brasilien: Die eine, Marta, war in einem Konzentrationslager inhaftiert, die andere, Lisa, war eine Aufseherin der SS. Marta erscheint im Buch ungreifbar wie ein Schatten, Lisa aber erzählt ihrem Ehemann, einem Deutschen im diplomatischen Dienst, ihre Geschichte - sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen. 1942 im Alter von 18 Jahren war die Autorin in Krakau von der Gestapo verhaftet worden [...]. Gefängnis, Auschwitz Birkenau, dann der Marsch und Transport nach Ravensbrück und schliesslich die Befreiung am 2. Mai 1945 in Neustadt-Glewe sind die Situationen jener Jahre des Schreckens, die sie hier nicht ausbreiten möchte.
      01.07.2010

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