Die Spinne auf der Haut

Die Spinne auf der Haut

Leben mit Obdachlosen

Joachim Ritzkowsky

Paperback

112 Seiten

ISBN-13: 9783884250716

Verlag: Alektor Verlag GmbH

Erscheinungsdatum: 29.07.2008

Sprache: Deutsch

Farbe: Nein

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Wenn Obdachlosigkeit nicht nur als Mangel betrachtet, sondern als Schrift gelesen wird: Wovon spricht die seseltsame Schrift, die Geist und Körper eint?

Viele Obdachlose in Berlin kennen die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz am Halleschen Tor. Während der kalten Jahreszeit, von Oktober bis April, wird die se Kirche jeden Mittwoch Nachmittag zur Wärmestube für bis zu 150 obdachlose Männer und Frauen. Sie kommen wegen der warmen Suppe und den heißen Getränken, der belegten Brote und der Sprechstunde des Artzes. Viele fanden den Weg hierher aber auch wegen Joachim Ritzkowsky (1937–2003), dem Gemeindepfarrer, der gemeinsam mit den Ehrenamtlichen die Besucherinnen und Besucher persönlich begrüßte. »Achim«, wie die Obdachlosen ihn nannten, schenkte nicht nur Suppe aus und verteilte Kleidung wie ein »Marktschreier«. Er war auch Gesprächspartner, zu dem viele einen »guten Draht« hatten.

In dieser Essay-Sammlung erzählt Joachim Ritzkowsky von
dem alltäglichen Leben mit den Obdachlosen und beschreibt Le
bensformen und Verhaltensweisen in der »Szene«. Sein besonderes Interesse gilt ihren Zeichen – wie den Tätowierungen, dem Schmuck oder außergewöhnlichen Kleidungsstücken, die er in Beziehung zu den Zeichen der bürger lichen Gesellschaft setzt und vor dem Hintergrund christlicher und mythologischer Überlieferungen deutet.

»Die Spinne auf der Haut« berichtet auch über die Tätigkeit
der Arbeitsgemeinschaft »Leben mit Obdachlosen«. Dieser Zusammenschluß von über 70 kirchlichen und sozialen Initiativen der Berliner Obdachlosenhilfe vernetzt Wärmestuben, Tagesaufenthalte, Notübernachtungen und Nachtcafés und tritt öffentlich für das Bleiberecht der Armen und Obdachlosen in der Berliner Innenstadt ein.
Joachim Ritzkowsky

Joachim Ritzkowsky

Joachim Ritzkowsky (1937–2003). Pfarrer in der Berliner Gropiusstadt, in Berlin-Zehlendorf und zuletzt in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg. 1993 Mitbegründer der Intitiative »Leben mit Obdachlosen«, 2001 Verleihung des »Ingeborg-Drewitz-Preises« des Berliner Landesverbandes der Humanistischen Union für sein Engagement in der Obdachlosenarbeit. Außerdem schrieb er Romane und theologische Traktate, dichtete Verse und komponierte, bastelte Figuren und zeichnete, spielte jeden Morgen auf der Geige und war ein exzellenter Kenner der heimischen Botanik.

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